Gut Dabei

Beim Betrieb von Jens Kubesch kommt alles
zusammen, was mit Messern zu tun hat:
Schleiferei, Fertigung, Kurse und Verkauf.

Diese Konstellation hatte Folgen: ein junger, wissbegieriger Messermacher-Lehrling
und ein über 90-jähriger Lehrherr. Der Lehrling war Jens Kubesch. 1989, direkt nach der
Schule, absolvierte der damals 15-jährige die Ausbildung zum Messermacher.

Der andere war Josef Schuhmann, der das Unternehmen 1930 als Schleiferei Schuhmann
gründete und – später – gemeinsam mit seiner Tochter Christa zum erfolgreichsten Fachbetrieb
seiner Art im Landkreis Fulda aufbaute.

Noch während der Ausbildung von Jens Kubesch verstarb der Lehrherr. Jens Kubesch machte aber weiter, legte den Meister oben drauf und erwarb mit nur 21 Jahren das gesamte Unternehmen.

Die Messerschmiede und Schleiferei Kubesch ist heute einer der Betriebe, von denen es viel zu wenige gibt.

Seit Jens Kubesch 1991 das Unternehmen übernommen hat, hat sich vieles geändert. Vor allem die Werkstatt wurde wahnsinnig aufgerüstet. Hier werden bei weitem nicht nur die Messer und Scheren von Privatkunden, Anglern und Jägern auf Vordermann gebracht. Die Industrie ist der größte Kunde: Druckereien, Recyclingfirmen, filzverarbeitende Unternehmen, Metzgereien. Dazu kommen Köche aus aller Welt, Friseure, Schneider, Zahnärzte, Tierärzte, Pathologen… Dabei geht Jens Kubesch den speziellen Anforderungen an die
Schneidwerkzeuge immer auf den Grund und bietet der Kundschaft immer wieder Speziallösungen für eine optimierte Standzeit der Messer.

Besonders am Herzen liegt Jens Kubesch die Messerfertigung. Neben Messern für Jäger, schlichten Gebrauchsmessern und Speziallösungen für den Alltag wie die Notschere oder das Keytool-Messer sind es vor
allem taktische Messerentwürfe, die Jens Kubesch begeistern.
Er ist zudem Ausbilder von Jim Wagners „Reality Base“-Selbstverteidigungssystems.
Sein persönlicher Lieblingsstahl ist der D2. Bei guter Qualität und passender Wärmebehandlung
bietet er exzellente Eigenschaften – Jens Kubesch muss das wissen.

Auch der Warenbestand wurde verdoppelt. Neben normalen Küchen- und Haushaltsscheren
sind auch immer Spezialscheren vorrätig. Hochwertige Kochmesser gibt es ebenfalls
ausreichend, und auch Franzosen, Schweizer und Solinger Gewächse findet man im
Laden prominent angerichtet. Dazu kommt ein bisschen Beiwerk in Form von Schwertern
und Sportartikeln wie Bögen und Armbrüsten. Die vielfältigen Kurse locken Teilnehmer
von weit her an: Die Messermacherkurse von Jens Kubesch sind schon nach wenigen Wochen
fürs ganze Jahr ausgebucht. Dazu kommen Schleif- und Rasierkurse.

Der ehemalige Wettkampf-Judoka hat eine Menge Energie. Die braucht er auch, gehen die
Arbeitstage doch nicht selten von 7:00 Uhr bis 23:00 Uhr oder noch später. Gut, dass er von
seiner Frau und dem Team nach Kräften unterstützt wird. Ob seine Töchter das Geschäft mal
übernehmen werden, weiß Jens Kubesch nicht. Doch bis es soweit kommt, werden ohnehin
noch viele Jahre vergehen!

Text: Oliver Lang Messermagazin

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