Bündel tragen, Freude schenken

Lebendiges Brauchtum in unserer Region

Die Tradition des Bündeltragens ist in vielen Rhöner Familien lebendig – als freudiges Zusammentreffen von Paten und Patenkindern, bei dem es Geschenke gibt. Nach altem Brauch brachte am zweiten Weihnachtstag und an Ostern der Pate (Pätter) oder die Patin (Döt) den Bündel. Bekannt isBündelt dieser Brauch in Fulda und den umliegenden Dörfern, aber auch in Bad Berneck, im Bayreuther Land, Fichtelgebirge, Frankenwald und in vielen oberfränkischen Gemeinden. Backwerk, Äpfel, Süßes und kleine Spielsachen wurden in ein Leinentuch geschnürt, fest verknotet und als Bündel über die Schulter geworfen. Auf dem Rücken trugen die Paten den Bündel zu ihrem Patenkind – und das oft kilometerweit. Diese Anstrengung wurde in der Regel mit strahlenden Kinderaugen belohnt. Denn in Zeiten wo der Wohlstand lediglich ein Privileg weniger war, freuten sich Jungen und Mädchen noch über derlei Kleinigkeiten, mit denen sie bedacht wurden. Heute haben die Stoffbündel von anno dazumal ausgedient. Und meist kommen Pätter und Döt mit dem Auto statt zu Fuß. Geschenke aber bringen sie immer noch mit – in buntes Papier verpacktes Spielzeug, hin und wieder vielleicht auch ein Kuvert mit Geld oder einem Gutschein.

Gemäß der alten Tradition ist nach wie vor um das zwölfte Lebensjahr herum Schluss mit den guten Gaben zu Ostern und Weihnachten von Pätter und Döt.

Denn dann wird der Bündel „abgeschnitten“. Die Jungen erhalten ihr erstes eigenes Messer, die Mädchen bekommen eine Schere. Die scharfen Handwerkzeuge sind Symbole der zu Ende gehenden Kindheit und des beginnenden Erwachsenwerdens. Aber sie trennen nicht das persönliche Band zu den liebevollen Paten, die neben den Eltern ein Leben lang wichtige Bezugspersonen bleiben.

Noch ein weiterer Brauch ist mit dem Bündeltragen verbunden. Bei den Mädchen wurde mit dem Bündel häufig auch die Aussteuer für die Hochzeit aufgestockt. So bekamen sie zu Weihnachten und Ostern immer ein bis zwei Besteckteile geschenkt. Stand die Hochzeit an, komplettierten die Paten das Besteck. Auch diese Tradition wird im Fuldaer Land noch immer gepflegt.

Und muss es mal wieder schnell gehen, können Döt und Pätter das Bündelmesser ganz unkompliziert am „Bündelautomat“ der Messerschmiede Kubesch erwerben. Der hängt direkt neben der Eingangstür des Ladengeschäftes in der Rangstraße 71.

Portrait

Messerschmiedemeister Jens Kubesch ist Inhaber der Messerschmiede & Schleiferei Kubesch in Fulda. Sie knüpft an die Geschichte der 1930 gegründeten Schleiferei Josef Schuhmann mit angeschlossenem Fachgeschäft für Solinger Stahlwaren in der Kanalstraße an. Jens Kubesch übernahm in den 1990er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Karin den traditionsreichen Handwerksbetrieb mit Ladengeschäft und zog in die Rangstraße. Dort verbindet er die alte Tradition des Messerschmiedehandwerks mit neuen Techniken der Stahlbearbeitung. Der eingetragene Meisterbetrieb zeichnet sich durch fachkundige Beratung und durch Sonderanfertigungen von Messern aus, die höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Als besonderen Service graviert der Messerschmiedemeister das gekaufte Bündelmesser oder die Bündelschere kostenlos.

Adresse:
Messerschmiede & Schleiferei Kubesch
Rangstraße 71
36043 Fulda
Telefon: 0661 402599 Telefax: 0661 42598
info@messerschmiede-kubesch.de
www.messerschmiede-kubesch.de

Von if /Messerschmiede Kubesch
Messerschmiede Kubesch

Grüner Hase
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Kategorie: Familie, In der Region

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